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Sportkaufmann /-frau

Mit Bewegung Geld verdienen: Sportkaufleute managen Fitnessclubs

Fotograf: Frank Rumpenhorst

Ohne Sport kann Gonzalo Lugo-Geist sich sein Leben nicht vorstellen. Aber auf die Idee, Hobby und Beruf zu verbinden, brachte ihn erst jemand in seinem Rugby-Verein. Da war er schon 26 Jahre, hatte auf Mallorca eine Ausbildung als Bar-Manager und Barista hinter sich und im Job Restaurants, Hotels, einen Golfplatz und Flughafen kennengelernt. Nun schließt er die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann in Frankfurt am Main ab. Die Arbeit von Sportkaufleuten ist eine Mischung aus Verwalten, Organisieren und dem Betreuen von Kunden – ein abwechslungsreicher Beruf. Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann gibt es erst seit 2006. „Das Einsatzfeld ist breit“, erklärt Birgit Schwarze, Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV). „Wellness- und Gesundheitszentren, Sportveranstalter und Sportschulen gehören dazu. Die Kaufleute werden auch in Sport- und Badeämtern, Tourismuszentralen und Ferienzentren beschäftigt.“ Wer sich gerne mit Sport auseinandersetzt und zugleich mit Zahlen umgehen kann, ist in dem Job richtig. Bundesweit gibt es derzeit etwa 4000 Auszubildende. In der Ausbildung befassen sich Jugendliche viel mit den kaufmännischen Grundlagen. Sie beschäftigen sich mit Themen wie Rechnungswesen, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Sie lernen, Kundengespräche zu führen und Mitgliedschaften zu organisieren. Natürlich geht es auch immer wieder um Sport. Rein rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen. Die Hälfte der Auszubildenden hat allerdings die mittlere Reife – etwa ein Drittel das Fachabitur. Die Lehre eröffnet auch den Weg zu anderen kaufmännischen Berufen. Wer Sportkaufmann gelernt hat, kann unter Umständen auch als Hotelkaufmann arbeiten. Wichtig ist aber, genau auf die Ausbildungsstätte zu schauen, sagt Silvia Annen vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Auszubildende in Fitnessstudios klagten laut einer Untersuchung des Instituts öfter, sie seien zu viel an der Empfangstheke, in Trainingskursen oder als Putzkraft eingesetzt. Die kaufmännischen Inhalte kämen zu kurz. Nach der Lehre sollten Azubis fit sein am Computer, beim Bearbeiten von Verträgen sowie bei Entwickeln und Organisieren von Workshops, Weiterbildungen oder Kursen. Während der Ausbildung bekommen Jugendliche im ersten Lehrjahr etwa 450 Euro, im zweiten sind es 500 und im dritten 600 Euro. Oft bevorzugen Lehrbetriebe Bewerber ab 18 Jahren. Dann können sie die Auszubildenden auch abends einsetzen. Ob Azubi Gonzalo die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten als Fitness- oder Sportfachwirt nutzen wird, die für Führungsaufgaben qualifizieren, weiß er noch nicht. Sein Fernziel: „Ein eigenes Studio!“

Autor: Karin Willen (cc)