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Sounddesigner /-in

Große Bandbreite für neue Sounds: Vom Handy-Klingelton über Hörspiele, Musik, TV, Radio bis hin zum Kinofilm

Von Action bis Romantik – die Klangtüftler müssen für jede Stimmung etwas parat haben. Quelle: panthermedia_WavebreakmediaMicro

Wie klingt Trockeneis auf Metall? Paul Rischer weiß die Antwort – denn das gehört zu seinem Beruf: Er ist Sounddesigner. Bis zu zwei Monate lang arbeitet der 37-Jährige in seinem Tonstudio am perfekten Klangteppich. Denn wenn bei einem Film das Bild im Kasten ist, fängt beim Ton die Arbeit erst an. „Bei einer Szene in der Disco ist es am Set ganz still“, nennt Rischer ein Beispiel. „Die Musik und die Hintergrundgeräusche kommen erst später dazu.“ Ähnlich wie bei der Filmmusik gehe es bei seiner Arbeit darum, mit Klängen Emotionen zu erzeugen, sagt Rischer. Von Action bis Romantik – die Klangtüftler müssen für jede Stimmung etwas parat haben. Die Bandbreite in dem Beruf ist groß: Sie reicht vom Handy-Klingelton über Hörspiele, Musik, TV und Radio bis zum Kinofilm.

Kreativität und technisches Know-how sind Vorraussetzungen

Sounddesigner vertonen aber auch Computerspiele und kreieren Telefonwarteschleifen, erläutert die Bundesarbeitsagentur. Und in der Werbung werden Sounddesigner ebenfalls benötigt. Damit kennt Remy sich aus – sein Repertoire reicht von Bach bis Mercedes Benz. Denn der studierte Konzertgitarrist hat nicht nur Klassik-CDs eingespielt, sondern auch Trailer für TV-Spots produziert. In den Beruf führen viele Wege. Manche studieren an Filmhochschulen: Rischer etwa hat einen Abschluss als Diplom-Tonmeister. Andere sind ausgebildete Musiker und kommen wie Jörg Remy von dort zur Soundtechnik. „Einige meiner Studenten kommen dagegen eher aus der elektronischen Musik“, erzählt er. Angehende Sounddesigner brauchen Kreativität und technisches Know-how. Denn zum einen sind von ihnen künstlerische Ideen gefordert. Und zum anderen müssen sie sich gut mit Tontechnik und Programmen für das Aufnehmen und Bearbeiten von Klängen sowie das Abmischen eines Stücks auskennen.

Die Werkzeugkiste ist ein Archiv mit Klängen

Absolventen arbeiten typischerweise als Freiberufler und sind oft allein im eigenen Tonstudio tätig. Teamwork ist aber auch gefragt: Beim Film etwa müssen sie sich eng mit dem Komponisten der Musik abstimmen, erläutert die Bundesvereinigung Filmton. Beim Film wie in der Werbung ist es außerdem ihre Aufgabe, die Wünsche des Regisseurs oder Marketings zu erfüllen. Wenn die Werbeagentur zum Beispiel etwas hören will, das jung und hip klingt, muss der Sounddesigner wissen, wie er das umsetzen soll, erklärt Remy. Natürlicher Folksound – oder elektronische Beats? Ein guter Sounddesigner beherrscht eine breite Palette von Stilen. Und er weiß die unterschiedlichen Klangfarben von Instrumenten gezielt einzusetzen. Nichts geht dabei ohne eine ordentliche Werkzeugkiste, also ein umfangreiches Archiv mit Klängen. Rischer hat dafür auf seinem Computer jede Menge Klänge gesammelt: Schritte auf Holz etwa. Wind. Stadtgeräusche. Oder eben Trockeneis auf Metall.  

Autor: Tobias Schormann (cc)