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Schornsteinfeger /-in

Abwechslungsreicher Job: Schornsteinfeger sorgen nicht nur für saubere Kamine

Die angehende Schornsteinfegerin Selina Reimer in ihrer Arbeitsmontur: Ein schwarzer Kehranzug und ihr Kehrgerät. Rund 20 000 Schornsteinfeger gibt es in Deutschland, gut 2000 junge Leute lernen den Beruf. (Archivbild vom 25.04.2017/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Klaus-Dietmar

Selina Reimers liebt es, hoch oben unterwegs zu sein und dabei ihren Job zu lernen. Die 21-Jährige wird Schornsteinfegerin. „Das Tollste an dem Beruf ist eigentlich die Abwechslung, denn man verbringt ja nicht die ganze Zeit beim Kaminkehren“, sagt sie. Ein Schornsteinfeger ist viel unterwegs und berät Menschen, erledigt auch Büroarbeit - und kümmert sich natürlich um die Schornsteine. Das Säubern der Kamine gewährleistet die Sicherheit der Menschen und schont die Umwelt.

Immer noch ein Glücksbringer

Früher galten Schornsteinfeger als Glücksbringer. Sie sorgten dafür, dass keine Rußbrände ausbrachen. Daraus ist ein Aberglaube erwachsen, der bis heute anhält - sogar in Großstädten. „Immer wieder bleiben Leute stehen, wenn sie uns in unserem Kehranzug sehen und wollen uns die Hand schütteln“, erzählt Reimers. Jede Woche geht sie außerdem zur Schule. Auszubildende außerhalb der Großstädte haben dagegen meistens Blockunterricht. Die Fächer Chemie, Mathe und Deutsch spielen in der Berufsschule eine große Rolle. Das seien die Fächer, in denen man in der Schule nicht allzu schlecht gewesen sein sollte, sagt Stephan Langer, Vorstand des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV). Angehende Schornsteinfeger brauchen laut Langer vor allem Kommunikationsfähigkeit und -willen: „Den Großteil unserer Zeit verbringen wir in den Häusern und Wohnungen von Menschen.“ Sie sollten außerdem offen, ehrlich und zuverlässig sein, sagt Henry Vinke, Regionalsekretär Nord des Zentralverbandes Deutscher Schornsteinfeger.

Zahlreiche Weiterbildungen möglich

Nach der bestandenen Prüfung stehen den Gesellen verschiedene Wege offen: Sie können in einem Schornsteinfeger-Meisterbetrieb ihrem Handwerk nachgehen oder die Meisterprüfung in Angriff nehmen. „Das kann man theoretisch sofort nach der bestandenen Gesellenprüfung machen. Sinnvoll ist aber, erst eine Weile Praxis im Betrieb zu sammeln“, sagt Langer. Ein paar Prozent verliere das Handwerk an die Hochschulen, sagt Stephan Langer. In einigen Bundesländern gibt es Klassen, in denen man mit der Ausbildung die Fachhochschulreife erlangt. Wer die Meisterprüfung bestanden hat, kann ohnehin an jeder Hochschule studieren. „Die meisten gehen dann Richtung Ingenieurwissenschaft, einige studieren Umwelt- oder Versorgungsingenieur, andere Maschinenbau“, sagt Langer. Meister können sich um einen ganzen Bezirk bewerben, vergeben werden die für sieben Jahre. „Dann ist man bevollmächtigter Schornsteinfeger und gleichzeitig eine Behörde, denn man erlässt einen Feuerstättenbescheid“, so Langer. Und auch ein Meister lernt nie aus. Weiterbildungen sind Pflicht für Schornsteinfeger, damit sie in Sachen Umweltschutz und Energietechnik auf dem Laufenden bleiben.

Autor: Verena Wolff (cc)