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Muss mir mein Arbeitgeber für Arzttermine frei geben?

Jobfrage

Wann Arbeitnehmer während der Arbeitszeit zum Arzt dürfen, lesen Sie hier. © picture alliance / dpa

Jeder muss mal zum Arzt. Blöd, dass die meisten Praxen genau dann geöffnet sind, wenn man selbst arbeiten muss. Darf ich während der Arbeitszeit zum Doktor?

Die Frage, ob Mitarbeiter während der Arbeitszeit einen Arzttermin wahrnehmen können, scheint zunächst leicht beantwortet: Der Arbeitnehmer muss versuchen, Arzttermine in seine Freizeit zu legen, so die Devise.
Das ist die Faustregel für Angestellte und meist auch die Aussage vieler Vorgesetzter. Warum das aber nicht immer zutrifft, lesen Sie hier.

Ohne Arbeit kein Lohn

Laut dem bürgerlichen Gesetzbuch gilt: Ohne Arbeit kein Lohn. Demnach sind Arztbesuche Privatsache des Arbeitnehmers. Wie das Portal Anwalt.de berichtet, gibt es daher keinen generellen Freistellungsanspruch für Arbeitnehmer im Hinblick auf Arztbesuche. Es gibt aber Ausnahmen.

 Arzttermine bei Gleitzeit

Wenn ein Vertrag Gleitzeit beinhaltet, haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, ihren Arztbesuch auf einen Termin früh am Morgen oder späten Nachmittag, abseits der Kernzeiten, zu legen. Die fehlende Arbeitszeit kann vorne oder hinten angehängt und wieder reingearbeitet werden. Vor allem für Routinebesuche wie etwa die Zahnreinigung ist diese Möglichkeit praktisch für den Arbeitnehmer.

Akute Erkrankungen

Liegt eine Dringlichkeit für einen Arztbesuch vor, also eine akute Erkrankung, muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer freistellen. Eine akute Erkrankung ist es dann, wenn eine Person ohne eigenes Verschulden krank wird.

Allerdings sollten Arbeitnehmer beachten, dass nicht jede Erkrankung eine ärztliche Behandlung erfordert. Dazu schreibt Rechtsanwalt Marc Sturm auf dem Portal Anwalt.de: "So sind beispielsweise herausgebrochene Zahnplomben zwar unschön und störend, erfordern aber aus Sicht der Arbeitsgerichte im Zweifelsfall keinen umgehenden Handlungsbedarf. In diesen Situationen hat der Arbeitnehmer sich zu bemühen, den Arzttermin nicht in die Arbeitszeit zu legen."

Planbare Arztbesuche

Sind Arztbesuche abhängig von einer bestimmten Tageszeit wie etwa Blutabnehmen, handelt es sich um eine notwendige Untersuchung, bei der ein Freistellungsanspruch vorliegt. Ist der Arztbesuch zu jeder Tageszeit möglich, muss sich der Arbeitnehmer darum kümmern, dass er den Termin auf seine Freizeit legt.

Mit dem Kind zum Arzt

Auch mit Kind gilt: Der Arbeitnehmer muss sich im ersten Schritt darum kümmern, den Arzttermin seiner Kindes auf einen, wie es heißt, zumutbaren Zeitpunkt zu legen. "Ist dies nicht möglich und besteht die Notwendigkeit der Freistellung", so Sturm, "muss der Beschäftige dem Chef nachweisen, dass die pflegebedürftige Person auf die Begleitung angewiesen ist."

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Autor: Simona Asam