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Koch/Köchin im Eventcatering

Hier wird oft in großen Mengen gekocht

Beim Kochen geht es nicht nur ums kochen, sondern auch um das drumherum. Oft wird in riesigen Mengen gekocht. Quelle: Picture Alliance

Köche arbeiten bis spät in die Nacht, in ständiger Hektik und unter hohem Druck. In der Lehre schneiden sie ein Jahr nur Zwiebeln. Ob das stimmt oder nicht, ist umstritten. Auf jeden Fall hat das Klischee dafür gesorgt, dass der Koch regelmäßig traurige Spitzenplätze auf den Ranglisten der unbeliebtesten Ausbildungsberufe belegt. Dabei kann Nick Grabert die Horrorgeschichten aus der Küche gar nicht bestätigen. „Ich habe ganz normale Arbeitszeiten von 8 Uhr bis 16.30 Uhr“, sagt er. Das mag allerdings auch an seinem Arbeitsplatz liegen. Denn der 28-Jährige absolviert eine Ausbildung zum Koch nicht klassisch in Hotel- oder Restaurantküche, sondern beim Caterer „Optimahl“. Statt dem Lunch für Hotelgäste oder dem Abendessen für Restaurantbesucher kocht Grabert also Mittagessen für Kitas und Schulen, Menüs für Staatsempfänge oder Buffets für Großveranstaltungen.

Jede Menge Abwechslung

Im Kern ist das Handwerk aber dasselbe wie in jeder anderen Küche. Doch natürlich gibt es auch Unterschiede. „Die Mengen sind natürlich teilweise riesig“, sagt Nick Grabert. Die dafür nötigen Berge an Gemüse zu schnippeln, das ist Schwerstarbeit – und nur im Team zu schaffen. Dafür gibt es aber auch jede Menge Abwechslung, je nach Kunde und Saison. Vor allem geht es beim Eventcatering aber nicht nur ums Kochen, sondern auch um das ganze Drumherum. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Auszubildenden nicht denken, dass die Arbeit beendet ist, wenn das Essen die Küche verlässt“, erklärt Graberts Ausbilder Maik Heptner. „Präsentation, Auf- und Abbau – das gehört alles auch dazu.“ Von solchen Besonderheiten abgesehen, ist die duale Ausbildung zum Koch im Eventcatering aber formell dieselbe wie in Restaurant oder Hotel. Das bedeutet: Drei Jahre in Lehrbetrieb und Berufsschule, bei einer Ausbildungsvergütung zwischen 459 und 755 Euro im ersten sowie 680 und 950 Euro im dritten Lehrjahr. Das geht aus den Beispiel-Richtwerten der Bundesagentur für Arbeit hervor. Das Einkommen schwankt dabei je nach Wohnort und Ausbildungsbetrieb.

Gute Aufstiegschancen

Ein bestimmter Schulabschluss ist für den Start in die Koch-Lehre nicht vorgeschrieben. Die Aufstiegschancen sind derzeit bestens, wie Heiko Becker weiß. Er ist beim Verband der Köche Deutschlands (VKD) für die Ausbildung zuständig. „Es suchen gerade fast alle Betriebe nach Köchen, ob Hotel oder Restaurant. Vom Tellerwäscher zum Küchenchef zu kommen ist aktuell definitiv möglich“, sagt Becker. Auch für Nick Grabert steht noch nicht fest, ob er sein ganzes Berufsleben im Catering verbringen will. „Später würde ich schon gerne ein eigenes Restaurant haben wollen.“ Jetzt stehe er aber noch am Anfang seiner Ausbildung. „Vielleicht bleib‘ ich ja auch hier“, fügt Grabert noch hinzu.

Autor: Tobias Hanraths (cc)