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Klavierbauer /-in

Gutes Gehör und Fingerspitzengefühl sind Voraussetzung für die Ausbildung

Beruf mit vielen Saiten: Klavierbauer sorgen für den richtigen Ton. Quelle: panthermedia_DieterM

Greift ein Konzertpianist in die Tasten, muss jeder Ton richtig klingen. Das klappt nur, wenn Tasten, Hämmerchen und Saiten gut zusammenspielen – und dafür sorgt der Klavierbauer. Ein gutes Gehör ist in dem Beruf genauso gefragt wie Fingerspitzengefühl. Das Traditionsunternehmen C. Bechstein Pianofortefabrik, einer der größten europäischen Klavier- und Flügelhersteller, bildet pro Jahr sechs Lehrlinge aus. „Man muss ein Musikinstrument spielen können, um das Gespür zu haben, wie sich für den Pianisten das Instrument anfühlt“, sagt Ausbildungsmeister Reinhardt Glaß. „Außerdem testen wir unsere zukünftigen Lehrlinge zwei Tage praktisch, um herauszufinden: Haben sie die motorischen Fähigkeiten, die Geduld, die Fingerfertigkeit und das Geschick?“

Sägen, hobeln, bauen

Am Anfang der insgesamt dreieinhalbjährigen Ausbildung steht eine zehnwöchige Holzgrundausbildung. Da wird gesägt, gehobelt und gebaut. Später liegt der Schwerpunkt laut Ausbildungsmeister Glaß auf dem Spielwerk – also allem, was mit der Klaviatur, der Mechanik und dem Ton zu tun hat. Für alle angehenden Klavierbauer Deutschlands gibt es eine Berufsschule: die Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg. Jeder Auszubildende zieht zweimal pro Lehrjahr für sechs Wochen Blockunterricht nach Baden-Württemberg. Gunther Schaible ist gelernter Klavierbaumeister und unterrichtet dort seit 1983. Die Hälfte der Azubis, die bei ihm die Schulbank drücken, sind Abiturienten.

Ausbildung ist gefragt

Der Bedarf an Auszubildenden ist zwar da. Dennoch kommen meistens etliche Bewerber auf eine Stelle, so dass man sich rechtzeitig kümmern sollte – etwa ein Jahr vorher, empfiehlt Schaible. Auch an fertigen Klavierbauern gibt es großen Bedarf, weiß der Berufsschullehrer. C. Bechstein-Ausbildungsmeister Glaß spricht von hundertprozentigen Anstellungschancen: „Wenn Sie nicht das Tafelsilber klauen oder sich sonst wie anstellen – wir bilden ganz gezielt aus für den eigenen Bedarf und die Kundenbetreuung.“ Seiner Erfahrung nach bleibt ein Drittel der fertigen Gesellen im Betrieb, ein weiteres Drittel „schwärmt aus“, das letzte Drittel qualifiziert sich weiter. Weiterbilden können sich Klavierbauer, indem sie die Meisterprüfung ablegen oder ein weiterführendes Studium absolvieren. Und einen Job finden Klavierbauer laut Schaible vor allem in Handwerksbetrieben – und weniger in der Industrie. „In der Industrie sitzt ein Klavierbauer eher in der höheren Etage, in der Planung oder der Konstruktion“, erzählt Schaible. „Im Handwerk, in der Reparatur, ist es sehr vielschichtig, da macht der Klavierbauer alles selbst.“ Dazu gehört das Stimmen im Wohnzimmer ebenso wie die Konzertbetreuung in großen Sälen. Das bringt laut Schaible eine große Vielseitigkeit.

Autor: Christina Bachmann (cc)