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Kirchenmaler /-in

Wände und Fassaden erneuern und restaurieren

Eine ruhige Hand ist ein Muss: Der angehende Kirchenmaler Philipp Dörfler restauriert er in der Pfarrkirche St. Vitus in Hirschaid (Bayern) eine Jesusfigur. Nach der Ausbildung arbeiten Kirchenmaler als Angestellte - oder machen selbst einen Betrieb auf. Foto: Nicolas Armer/dpa-tmn

Philipp Dörfler ist im zweiten Lehrjahr als Maler und Lackierer der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege. Er lernt, Decken, Wände, Fassaden, Wandmalereien, Stuck und Plastiken zu erhalten, zu erneuern und zu restaurieren. Kirchenmaler überprüfen auch den Untergrund, vergolden und verzieren mit teils historischen Techniken. Es sei ein schönes Gefühl, Figuren zu sehen, die man selbst eingefasst und vergoldet hat, sagt Dörfler. „Da ist man schon stolz.“ Der Beruf erfordere Geduld: „Man darf nicht gleich verzweifeln, wenn etwas nicht sofort klappt“, so der Auszubildende.

Spezialisierung erfolgt im zweiten Lehrjahr

Früher war die Kirchenmalerei ein eigenes Berufsfeld, ist aber seit 2003 Teil des Maler- und Lackiererhandwerks, erklärt Daniel Schreiber vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). In den ersten beiden Jahren der dualen Ausbildung lernen die Kirchenmaler gemeinsam mit anderen Malern und Lackierern. Danach spezialisieren sie sich. „Man muss Fingerspitzengefühl mitbringen, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit“, erklärt Veronika Schierl, Lehrerin an den Beruflichen Schulen für Farbe und Gestaltung in München. Wichtig sei künstlerisches und zeichnerisches Interesse sowie Freude an Form, Farbe und Gestaltung. „Man muss diesen Beruf fühlen“, sagt die Lehrerin. Nicht nur die Berufsschule für Kirchenmaler befindet sich in Bayern, auch die meisten der Ausbildungsbetriebe. Im Jahr 2015 beispielsweise lernten von insgesamt 42 Auszubildenden 36 in Bayern. Momentan werden die Ausbildungsinhalte zum Maler und Lackierer auf den neuesten Stand gebracht. Substanzielle Änderungen werde es in der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege aber nicht geben, berichtet Daniel Schreiber, Projektleiter des Neuordnungsverfahrens. Grundsätzlich sei es im Handwerk schwierig, Nachwuchs zu finden, sagt der Ausbildungsexperte.

Die Fachrichtung ist eine Nische

Nach Veronika Schierls Einschätzung aber halten sich beim Kirchenmaler die Anzahl der Bewerber und der Plätze in etwa die Waage. Mit 15 bis 20 neuen Ausbildungsverträgen pro Jahr ist die Fachrichtung eine Nische. „Unser kleiner, aber feiner Beruf“, sagt Roland Brecheis und lacht. Philipp Dörfler glaubt an die Zukunft des Berufs. „Ich denke, Gebäude müssen immer saniert werden.“ Nachteilig für Kirchenmaler sei es, wenn Kunden auf billige Lösungen statt auf originalgetreue Sanierung durch eine Fachfirma setzen. Allerdings hofft Dörfler, dass sich der Trend zum Günstigen langfristig wieder umkehre. Philipp Dörfler möchte später wahrscheinlich in den elterlichen Betrieb einsteigen, aber vorher noch studieren – zum Beispiel Innenausbau. Dörflers Mitschülerin Deborah Schönburg, die sich auf den Beruf des Vergolders spezialisiert hat, will sich ebenfalls weiterbilden und überlegt, später noch ihren Meister zu machen.

Autor: Inga Dreyer (cc)