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Gleisbauer /-in

Bei Wind und Wetter im Schienenbett unterwegs: Gleisbauer haben einen körperlich fordernder Job.

Foto: Ulrich Perrey | Verwendung weltweit

Wer an Jobs bei der Bahn denkt, dem kommt häufig als erstes der Lokführer in den Sinn. Dabei gibt es noch ganz andere Berufsbilder in der Branche. Einen Beruf, den zum Beispiel deutlich weniger Menschen kennen, ist der Gleisbauer. Die Fachleute sorgen dafür, dass Züge, Stadt- und Straßenbahnen problemlos über das mehrere Zehntausend Kilometer umfassende Schienennetz in Deutschland rollen. Die Experten müssen Gleisanlagen regelmäßig mit Messfahrzeugen kontrollieren, verschlissene Schienen auswechseln und nicht mehr gebrauchte Gleise zurückbauen. Auch Instandsetzungsarbeiten fallen an.

Teamgeist ist eine unerlässliche Voraussetzung

„In den vergangenen zehn Jahren erleichtert immer mehr Technik den Alltag, dennoch bleibt der Beruf körperlich fordernd“, sagt Marco Hoffmann. Er ist seit 20 Jahren Schachtmeister. Gekleidet sind die Fachleute in orangenen Schutzanzügen. So sind sie schon von weitem zu sehen. Gearbeitet wird in Teams mit mehreren Kollegen. „Teamgeist ist unerlässliche Voraussetzung für den Gleisbauer-Beruf“, sagt Hoffmann. So sieht es auch Dirk Flege, Geschäftsführer bei dem Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene. Wer sich für den Beruf entscheidet, muss es mögen, viel im Freien zu arbeiten – egal, bei welchem Wetter. „Immer wieder fällt außerdem Arbeit nachts oder am Wochenende an“, erklärt Flege. Oft sind Gleisbauer außerdem fernab von ihrem Wohnort im Einsatz – dann leben sie mitunter wochenlang gemeinsam mit Kollegen in Baucontainern. Der Frauenanteil unter den Azubis ist gering.

Die Spezialisierung erfolgt im dritten Lehrjahr

Bewerber sollten mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können. Neben einem ausgeprägten Hang zur Technik müssen sie auch ein gutes Verständnis für Zahlen haben. Die Ausbildung dauert drei Jahre – Jugendliche lernen im Betrieb und in der Berufsschule. Der erste Ausbildungsabschnitt dauert zwei Jahre und endet mit dem Tiefbaufacharbeiter-Abschluss. Die Spezialisierung zum Gleisbauer erfolgt im dritten Jahr. Azubis lernen unter anderem, wie man Zeichnungen und Verlegepläne von Gleisanlagen anfertigt und liest. Weitere Ausbildungsinhalte sind, wie man gleistechnische Vermessungen vornimmt, Baugruben aushebt oder Gleisanlagen herstellt. Die Ausbildungsvergütung ist unterschiedlich. Die Höhe hängt vom jeweiligen Arbeitgeber, aber auch vom Bundesland ab. Wer sich später weiterbilden möchte, kann entweder Weichen- oder Fahrbahnmechaniker oder Polier werden. Oder sich – wie Marco Hoffmann – zum Schachtmeister fortbilden. „Für den Beruf spricht ganz klar, dass er vielseitig sowie körperlich wie geistig fordernd ist“, sagt er. Vor allem ist der Job krisensicher. Denn für das Schienennetz muss ständig etwas gemacht werden. Für Gleisbauer gibt es immer viel zu tun.

Autor: Sabine Meuter (cc)