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Edelsteinschleifer /-in

Feinarbeiten an Smaragden, Saphiren, Rubinen und anderen Steinen

Edelsteinschleifer arbeiten nicht nur mit Diamanten und Saphiren, sondern auch mit den passenden Schmuckstücken. Quelle: panthermedia_Sopotniccy

Auf den richtigen Schliff kommt es an. Das weiß Lea Übel. Die 20-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Edelsteinschleiferin. Täglich bearbeitet sie nach Kundenvorgaben Smaragde, Saphire, Rubine und andere Steine. „Das ist Feinarbeit, für die man viel Geduld mitbringen muss“, sagt Übel.

Räumliches Vorstellungsvermögen und Fingerfertigkeit sind gefragt

Angehende Edelsteinschleifer benötigen ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, Fingerfertigkeit und die Gabe, gut beobachten zu können. „Man braucht ein geschultes Auge, um zum Beispiel das Material exakt auf Risse und Einschlüsse zu prüfen und zu bearbeiten und um aus den Rohstoffen herausragende Produkte herzustellen“, sagt Jörg Lindemann. Er ist Geschäftsführer des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie. Ein Sinn für Schönheit und gestalterische Fantasie sind ebenfalls ein Muss – etwa dann, wenn es um die Auswahl der Edelsteine geht oder um das Entwerfen von Schmuckstücken nach Kundenwunsch. „Wichtig ist, jedes Stück mit Einfühlungsvermögen zu bearbeiten“, erklärt Lindemann. Ein Nebeneffekt der ganzen Arbeit: „Man lernt den Wert von Schmuck sehr zu schätzen“, sagt Übel.

Fortschritte in der Edelsteinindustrie: Zukünftig wird mit computergesteuerten Maschinen gearbeitet

Die Ausbildung zum Edelsteinschleifer wird derzeit neu geordnet, erklärt Brigitte Seyfried vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Ein Grund für die Änderungen ist der technische Fortschritt: So werden Edelsteine zum Beispiel zunehmend mit computergesteuerten Maschinen bearbeitet. Die Neuordnung tritt voraussichtlich zum 1. August 2018 in Kraft. Schon jetzt benötigen Bewerber und Azubis aber ein gutes technisches Verständnis, um Edelsteine maschinell oder mit dem Laser bearbeiten zu können. Das ist auch Thema in der Berufsschule – neben weiteren Informationen über kostbare Steine natürlich. „Faszinierend ist, wie viele unterschiedliche Edelsteine es gibt und welche Farbenspiele mit dem Schleifen erzielt werden können“, sagt Übel.

Schleifen, polieren und beraten

Ein klassischer Arbeitstag für einen Edelsteinschleifer sieht so aus: Die Fachkräfte schauen sich vorliegende Kundenbestellungen an und sichten dann die Rohsteine. Anschließend werden die Stücke je nach Verwendung zerteilt oder in Form gebracht. Gibt es Unebenheiten oder Risse, müssen sie weggeschliffen werden. Erst dann wird der Stein genau in die vom Kunden gewünschte Form und Größe gebracht. Nach dem Schleifen wird der Stein poliert. Das Cabochonieren, das Rundschleifen eines Steins, gehört ebenfalls zu den Tätigkeiten von Edelsteinschleifern. Außerdem schleifen sie den Stein in die Fassung eines Schmuckstücks hinein. Und natürlich gehört zu den Aufgaben eines Edelsteinschleifers auch die Kundenberatung. Nach der Ausbildung sind Edelsteinschleifer in klassischen Schleifereien, aber auch in der Schmuckindustrie tätig. Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, kann den Meister machen oder den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Lea Übel möchte nach ihrer Ausbildung erst einmal Berufserfahrungen sammeln.

Autor: Sabine Meuter (cc)