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Diese Frage bringt selbst hartgesottene Bewerber aus dem Konzept

Personaler wollen hinter die einstudierte Fassade ihrer Bewerber blicken

Auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch sind viele Bewerber noch selbstbewusst. Doch eine Frage bringt viele aus dem Konzept. © Ole Spata/dpa

Personaler wollen hinter die einstudierte Fassade ihrer Bewerber blicken. Deshalb zielen viele Fragen darauf ab, die Kandidaten aus ihrer Komfortzone zu locken.

Endlich ist sie da, die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Jetzt gilt es, auch im persönlichen Gespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen. Damit das auch gelingt, setzen viele Bewerber eine künstliche Fassade auf, um bei ihrem Gesprächspartner keine Zweifel an der Eignung aufkommen zu lassen. Schließlich können sich Bewerber vorher auf die meisten Fragen gut vorbereiten.

Personaler stellen gerne ungewöhnliche Fragen, um Bewerber aus dem Konzept zu bringen

Doch Unternehmen geht es heutzutage immer mehr um authentisches Auftreten - wie tickt der Mensch wirklich, den wir da in unser Team holen? Deshalb stellen Personalverantwortliche gerne auch mal ungewöhnliche Fragen, um Bewerber aus dem (einstudierten) Konzept zu bringen. Etwa mit dieser Frage: "Welche Idee haben Sie umgesetzt, die grandios gescheitert ist?"

Da wird selbst der gestandenste Profi auf einmal ganz klein - schließlich geht es hier um Misserfolge statt Selbstbeweihräucherung. Für Personaler ist solch eine Frage eine gute Chance, den Menschen hinter dem Bewerber kennen zu lernen.

Unternehmen wollen erfahren, wie Bewerber mit Fehlern umgehen

"Die Leute erwarten es nicht, weil man bei einem Vorstellungsgespräch immer darauf bedacht ist, sich gut darzustellen", meint auch Dominik Alexander Hahn, Global Head of People Attraction bei der Allianz. Doch ihm geht es nicht darum, den Bewerber vorzuführen.

"Die Bewerber sollen nicht denken, sie seien auf der Schlachtbank", erzählt er dem Online-Portal BusinessInsider. Stattdessen wolle die Allianz in ihren Vorstellungsgesprächen eine Atmosphäre schaffen, in der Bewerber sich trauen, offen über Fehler sprechen. Denn nur so könne das Unternehmen erfahren, wie gut der Bewerber mit Fehlern umgeht.

Diese Art der offenen Fehlerkultur wird in den USA schon seit langem praktiziert. Statt Fehler zu verteufeln, wie es in Deutschland meist der Fall ist, sehen amerikanische Manager darin einen Vorteil - denn aus Fehlern können sowohl Mitarbeiter wie auch Unternehmen lernen. Dieser Umgang hält nun langsam auch in deutschen Unternehmen Einzug, wie dieses Beispiel zeigt.

Autor: Andrea Stettner