Jobdate - deine Ausbildungsbörse

Dachdecker /-in

Nicht von Pappe: Wer Dachdecker werden will, muss Mathe können, um zum Beispiel auszurechnen, wie viel Dachpappe es für ein Flachdach braucht.

Der Dachdecker Emre Eren kontrolliert am 29.08.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf dem Dach eine Solaranlage. Immer weniger Jugendliche wollen eine Ausbildung machen. Das betrifft auch junge Migranten. Vor allem im Handwerk bleiben viele Lehrstellen unbesetzt. Die Kölner Handwerkskammer will verstärkt Schulabgänger mit ausländischen Wurzeln gewinnen. Foto: Oliver Berg/dpa (zu lnw-KORR "Lehrstellen bleiben Leerstellen - Im Handwerk fehlt Nachwuchs" vom 07.09.2014) dpa

Wenn sie einem aufs Dach steigen, muss das keiner fürchten. Dachdecker bringen Ziegel oder Schindeln an, montieren Solaranlagen und Blitzableiter. Ab und an beginnt ihr Job aber auch ganz unten. „Die Arbeiten reichen vom Keller bis zur Dachspitze“, sagt Claudia Büttner, Sprecherin des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckergewerbes. Im unteren Teil des Gebäudes dichten Dachdecker das Bauwerk gegen Feuchtigkeit und Grundwasser ab. An den Wänden bringen sie Wärmedämmungen und Fassadenbekleidungen an. Diese warten, inspizieren und reparieren sie auch. „Der Dachdecker ist ein Fachmann für die Gebäudehülle“, sagt Artur Wierschem, Geschäftsführer des Bundesbildungszentrums in Mayen bei Koblenz. Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung nicht vorgeschrieben. Die duale Ausbildung zum Dachdecker dauert in der Regel drei Jahre. Dabei lernen Auszubildende nicht nur, Dächer mit Ziegeln, Schindeln, Schiefer oder Platten zu decken. Sie beschäftigen sich auch damit, mit einem Ziegelschneider oder Schieferhammer richtig umzugehen. Handwerkliches Geschick ist für diesen Beruf eine wichtige Voraussetzung. Außerdem müssen Jugendliche die Baustoffe gut kennen. Wie leicht entflammbar ist ein Material? Wie beständig? Wofür kann es eingesetzt werden? „Gefragt ist auch technische Affinität und mathematisches Verständnis“, sagt Wierschem. Sie müssen Flächen richtig messen und das dafür notwendige Material planen können. In enger Zusammenarbeit mit Landschaftsgärtnern legen Dachdecker auch mal Gärten und Teiche auf Flachdächern an. „Dachdecker sind auch in Bereichen Energieeinsparung und Energiegewinnung gefragte Ansprechpartner“, sagt Büttner. Viele Dächer werden mit Solarmodulen zur Stromgewinnung und Sonnenkollektoren unter anderem zur Warmwasserbereitung ausgerüstet. „Aufgrund der Entwicklung in der Energiebranche, ist der Beruf sehr aktuell“, sagt Hackel. Um die entsprechenden Anlagen anzubringen suchen auch Elektro- und Heizungsbaufirmen nach Dachdeckern. Angehende Dachdecker sollten die frische Luft mögen und ordentlich zupacken können. „Der Beruf erfordert körperliche Fitness“, sagt Büttner. Zudem müssen sich Dachdecker auf ihre Kollegen, die sie sichern, verlassen können. „Teamfähigkeit ist gerade hinsichtlich des Arbeitsschutzes besonders wichtig“, sagt Wierschem. Da sie häufig viele Meter vom Boden entfernt arbeiten, sollten angehende Dachdecker absolut schwindelfrei sein. Die Ausbildungsvergütung zählt damit zu den höchsten im gesamten Handwerk. Nach erfolgreicher Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung bieten sich dem Gesellen verschiedene Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Dachdecker haben einen krisenfesten Job.

Autor: Cetin Demirci (cc)