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Buchhändler /-in

Buchhändler verkaufen längst nicht nur Bücher. Über den Ladentisch gehen auch Hörbücher, E-Books, Zeitschriften – und Globen.

Alina Beschnidt lernt Buchhändlerin in Köln. Neben Büchern verkauft sie auch Geschenkartikel wie Schreibblöcke oder Kaffeebecher. (Archivbild vom 25.02.2017/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn | Verwendung weltweit

Langeweile kennt Alina Beschnidt aus ihrem Arbeitsalltag nicht. „Mir gefällt vor allem, dass durch meinen Beruf meine Allgemeinbildung ständig wächst“, sagt Beschnidt. Die 21-Jährige macht eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Um Kunden Empfehlungen geben zu können, müssen Buchhändler viel lesen. Sie informieren sich über Neuerscheinungen und beobachten am Markt, welche Buchtitel gefragt sind. „Bewerber sollten Freude am Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen mitbringen und auch bei großem Andrang locker bleiben“, erklärt Magdalena Mosch. Sie ist Ausbildungsbetreuerin bei Hugendubel in München. Buchhändler müssen ein Gespür dafür haben, welches Buch welchem Kunden gefallen könnte. Die kaufmännisch geprägte Ausbildung dauert drei Jahre. Auszubildende lernen im Betrieb und in der Berufsschule. Bewerber müssen mindestens einen qualifizierten Hauptschulabschluss haben, üblich ist die mittlere Reife. „Ein Großteil hat das Abitur“, sagt Kolb-Klausch. Beschnidt muss sich auf ganz unterschiedliche Kundenbedürfnisse einstellen. Mal war jemand von einem bestimmten Roman fasziniert und fragt nun nach einem ähnlichen Buch. Dann kommen Kinder und wollen ein Buchpräsent für ihre Mutter kaufen, haben aber kaum Vorstellungen, was ihr gefallen könnte. Dann fragt Beschnidt etwa nach Hobbys oder Vorlieben der Mutter und schlägt Bücher vor. Im Alltag geht es längst nicht mehr nur um Bücher. Verkauft werden häufig auch Hörbücher, E-Books, Zeitschriften und Geschenkartikel. Die Bestände im Geschäft sind im Computer erfasst. Buchhändler prüfen regelmäßig, was in den letzten Tagen über die Ladentheke ging und bestellen fehlende Produkte nach. Außerdem kaufen sie neue Bücher ein. Verlage schicken Kataloge mit Büchern, die neu auf den Markt kommen. Buchhändler entscheiden, welche Neuerscheinungen sie in ihr Sortiment aufnehmen und wie viele Exemplare sie bestellen – oft geht das nach Bauchgefühl, gerade bei unbekannten Autoren. Wer sich für den Beruf entscheidet, muss oft bis in den Abend hinein arbeiten – viele Buchhandlungen schließen erst um 20 Uhr. Auch Samstagsarbeit gehört zum Alltag. Trotz zunehmender Online-Konkurrenz müssen sich Buchhändler um ihre berufliche Zukunft keine Sorgen machen, glaubt Kolb-Klausch. „Nach wie vor wird in der Buchhandlung vor Ort mit Abstand mehr gekauft als übers Internet“, sagt sie. Und ein Buchladen ist nicht der einzige Arbeitgeber für Buchhändler. Sie arbeiten auch bei E-Commerce-Unternehmen, Verlagen und in Kaufhäusern mit Buchabteilungen. Wer Karriere machen will, kann Abteilungs- oder Filialleiter werden. Einige streben an, eine eigene Buchhandlung aufzumachen.

Autor: Sabine Meuter (cc)